Holztrocknung

Die Grundlage des Holztrocknens ist das Naturgesetz vom hygroskopischen Gleichgewicht, und dieses sagt aus, das Holz sich in seinem Feuchtezustand der es umgebenden Luft angleicht. Wir alle wissen, das ein Stück Holz feucht wird, wenn es im Keller aufbewahrt, und das es wieder abtrocknet, sobald es unter dem Dach gelagert ist. Mit der Feuchteänderung wechselt gleichzeitig sein Volumen, das heißt unser Holzstück quillt bzw. schwindet.

Die Feuchtigkeit des Holzes wird heute allgemein in Prozenten vom Darrgewicht , also auf die reine Trockensubstanz bezogen, angegeben. Enthält ein Brett mehr Wasser als Holzsubstanz, dann ergeben sich Holzfeuchten von 120, 150 oder mehr Prozent, wie wir es manchmal bei Pappel- oder Nadelholz feststellen können. Holzfeuchten unter 25 bis 35% stellt man hinreichend genau mit einem elektrischen Meßgerät fest, bei höherem Wassergehalt ist eine Darrprobe erforderlich. Bei Werten im oberen Meßbereich der elektrischen Instrumente ist eine Darrprobe immer zu empfehlen, da die Feuchte oft höher als die Anzeige ist.

Ein Luftzustand wird nach Temperatur und relativer Luftfeuchte (Sättigungsgrad) bestimmt. Als Meßinstrument dient das Psychrometer , das aus einem trockenen und einem mittels Wasser und Saugstumpf naßgehaltenen Thermometer besteht. Trockene Luft ergibt einen großen Anzeigenunterschied zwischen den beiden Thermometern, feuchte Luft einen kleineren, und bei voller Sättigung der Luft zeigen beide Thermometer den gleichen Wert an. Die genaue Größe der Luftfeuchte, welche einer bestimmten Trocken - Naßtemperatur entspricht, list man auf der Psychrometertafel ab.

Der gesetzmäßige Zusammenhang zwischen Lufttemperatur und relative Luftfeuchtigkeit einerseits und Holzfeuchtigkeit andererseits wird vorzugsweise in Kurvenscharen gezeigt. Welche Holzfeuchte einer bestimmten Trocken- und Naßtemperatur entspricht, kann man aber auch --und dies ist der einfachste Weg-- direkt aus Zahlentafeln ablesen. Um diese Tafeln recht übersichtlich zu gestalten, wird meist auf einer Skala der Trockentemperatur aufgetragen und senkrecht dazu die psychrometrische Differenz, d.h. der Anzeigeunterschied zwischen Trocken- und Naßtemperatur.

In Deutschland haben wir im Freien eine Durchschnittstemperatur von 20°C und eine mittlere relative Luftfeuchtigkeit von rund 75%. Diesem Klima entspricht eine Holzfeuchte von 14 bis 15% (Gleichgewichtsfeuchte ), das heißt bei uns im Freien gelagertes Holz trocknet zunächst an der Oberfläche und später sogar durch und durch auf 14 bis15% Holzfeuchtigkeit ab. Unser Klima im Freien stellt nun nicht gerade den Idealfall für Holztrocken dar.

Quote:

Definition: Der Wasseranteil im Holz, auch Holzfeuchtigkeit genannt. Die Holzfeuchte wird aus dem Unterschied zwischen Nass- und Darrgewicht (Trockengewicht) errechnet. Sie wird in Prozent (%) angegeben.